Öffentlicher erster Spatenstich - Verbindungsleitung Söhesten - Stößwitz

Erneuerung der Rechen- und Sandfanganlage auf der Kläranlage Wengelsdorf sowie Neuverlegung einer Verbindungsleitung (VBL) und Schmutzwasser-
kanalbau (SWK) von Söhesten nach Stößwitz, inklusive einer neuen Trinkwasserleitung - öffentlicher ester Spatenstich 

Mit dem feierlichen ersten Spatenstich am 10.09.2026 geben Vertreterinnen und Vertreter des Landes Sachsen-Anhalt, des Landkreises sowie die Projektpartner den offiziellen Startschuss zweier gekoppelter Großprojekte zur Modernisierung der regionalen Abwasserentsorgung eingeleitet. Neben der umfassenden Erneuerung der Rechenanlage auf der Kläranlage Wengelsdorf startet nun der Bau einer neuen, zukunftssicheren Abwasserverbindungsleitung zwischen den Ortschaften Söhesten und Stößwitz.

Die bestehende Kläranlage Wengelsdorf erfährt im Rahmen dieses Investitionspaketes eine grundlegende technologische Aufwertung der mechanischen Reinigung. Die bisherige Rechenanlage wird durch eine hochmoderne, energieeffiziente ausgetauscht. In diesem Zusammenhang erfolgte auch die Sanierung und Erneuerung des Zulaufpumpwerkes. Die Arbeiten werden logistisch anspruchsvoll während des laufenden Klärbetriebes realisiert.

Parallel zur Anlagenmodernisierung optimiert der Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Bad Dürrenberg (ZWA) sein Leitungsnetz. Der Neubau der Verbindungsleitung ermöglicht die Außerbetriebnahme der bisher bestehenden, elektrisch ineffizienten Containerkläranlagen in Muschwitz und Söhesten und bindet die anliegenden Bereiche strukturell an das zentrale Entsorgungsnetz des ZWA an.

Das Gesamtvorhaben wird durch Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt, die das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt bereitstellt. Mit dem Vorhaben investiert der ZWA nachhaltig in den Gewässerschutz, die Energieeffizienz und die Zukunftssicherheit der regionalen Abwasserentsorgung.

Die Investitionsmaßnahme ist in zwei Teilmaßnahmen unterteilt und wird im Zeitraum Dezember 2024 bis Dezember 2028 durchgeführt. Bei der Verbindungsleitung von Söhesten nach Stößwitz handelt es sich um die Teilmaßnahme 2, welche im August 2026 begonnen wurde. Diese Teilbaumaßnahme ist wiederum in 4. Bauabschnitte unterteilt:

  • 1. BA: VBL Kreischau – Pumpwerk Stößwitz
  • 2. BA: VBL Kreischau innerorts
  • 3. BA: Schmutzwasserkanalisation Kreischau
  • 4. BA: VBL Söhesten – Göhtewitz

Insgesamt werden 1.157 m Freispiegelkanal DN 200 (PP) und 2.295 m Druckleitung DN 100 (PE) verlegt. Im Rahmen dieser Baumaßnahme werden 16 Grundstücke erstmalig an die zentrale öffentliche Anlage zur Schmutzwasserbeseitigung angeschlossen. Mit Abschluss der Baumaßnahme werden die beiden Containerkläranlagen stillgelegt und auf die größere Kläranlage in Wengelsdorf übergeleitet. Hierdurch verbessert sich die Abwasserreinigung und es wird ein weiterer Beitrag zum Gewässerschutz erzielt sowie der Energieverbrauch deutlich gesenkt.

Im Ergebnis senkt der ZWA Bad Dürrenberg die Treibhausgasemissionen in der öffentlichen Abwasserbeseitigung und unterstützt die Erreichung des europäischen Klimaziels zur Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2050.

Parallel zu den Arbeiten an der Abwasserinfrastruktur entsteht zudem eine neue Trinkwasserleitung zwischen Kreischau und Stößwitz mit einer Gesamtlänge von 730 m. Mit diesem Ringschluss stärkt der ZWA Bad Dürrenberg die Versorgungssicherheit im Trinkwassernetz und erhöht dessen Widerstandsfähigkeit gegenüber technischen Störungen oder außergewöhnlichen Belastungssituationen. Die Maßnahme leistet damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung in der Region.

Die Gesamtkosten der Abwasserinfrastrukturmaßnahmen belaufen sich gem. Kostenschätzung auf 3.412.278,08 € und werden mit 1.404.859,71 € durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert.

Das Ingenieurbüro aqua consult Ingenieur GmbH aus Erfurt ist für die Planung und Bauüberwachung der ersten Teilmaßnahme und das Ingenieurbüro Steinbacher-Consult GmbH aus Lützen für die zweite Teilmaßnahme zuständig. Die Firma Hiestro Bau GmbH aus Teuchern OT Obernessa ist mit der Ausführung der Bauleistungen der Verbindungleistung (Maßnahme 2) beauftragt worden.

gez. Franz-Xaver Kunert, M.Sc.
Verbandsgeschäftsführer