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Grundstücksentwässerung

Was Hausbesitzer über die Grundstücksentwässerung wissen sollten

Ein unterirdisches Rohrsystem sorgt für eine fachgerechte Entsorgung von Schmutz- und Regenwasser (Trennsystem)

Ein ausgeklügeltes Abwassersystem ermöglicht es, dass durch Baden, Spülen oder Waschen anfallendes Abwasser nicht auf einem Grundstück verbleibt. Es besteht aus unterirdischen Rohrsystemen und Pumpen, die es vom Grundstück bis zur Kläranlage befördern. Regenwasser ist hingegen vor Ort zu entsorgen. Eine Ableitung in einen öffentlichen Kanal darf nur erfolgen, wenn es nicht zu 100 Prozent auf dem Grundstück genutzt oder versickert werden kann. Eine funktionierende Grundstücksentwässerungsanlage ist für alle Gebäude notwendig, ob Ein- oder Mehrfamilienhäuser, Büros oder Gewerbebetriebe. Wie diese im Detail funktioniert, zeigt unsere Grafik. Sie stellt die Entwässerung im Trennsystem dar. Das heißt, die Ableitung des Abwassers in einen Schmutzwasser- sowie des Niederschlags in einen Regenwasserkanal.

Damit das gesamte Entwässerungssystem funktioniert, sind viele technische Anlagen nötig. Nachfolgend erläutern wir, was der Grundstücksbesitzer vor allem beachten sollte.

1 Entlüftungsleitungen
Sie sorgen dafür, dass Kanalgase nach draußen abgeführt werden und der Druck im Entwässerungssystem ausgeglichen wird. Besteht keine fachgerechte Entlüftung, kann bei Kanalreinigungsarbeiten Abwasser aus den Geruchsverschlüssen austreten und es kommt zu unangenehmen Gerüchen.

2 Reinigungsöffnung und Kontrollschächte
Diese sind erforderlich, um Schäden bei möglichen Verstopfungen schnell und unkompliziert mit entsprechender Technik zu beseitigen. Weiterhin können über diese Zugänge die Leitungen mittels einer speziellen Kameratechnik untersucht und Sanierungen durchgeführt werden. Reinigungsöffnung und Kontrollschächte sind frei und zugänglich zu halten.

3 Rückstausicherung
Heftige Regenfälle, aber auch Verstopfungen im Kanal lassen den Wasserspiegel in der Kanalisation schon mal gewaltig ansteigen. Wolkenbrüche füllen selbst großvolumige Kanalabschnitte schnell. Ein Rückstau in der Grundstücksentwässerung kann auch bei Rohrbrüchen, Verstopfungen, Rohrspülungen und bei anderen außergewöhnlichen Ereignissen entstehen. In diesem Fall tritt das Abwasser aus Ausläufen, die sich unterhalb der sogenannten Rückstauebene befinden, aus.

4 Die Rückstauebene
ist in der Regel die Straßenoberkante. Um den Austritt des Schmutzwassers zu verhindern, sind alle Ausläufe unterhalb der Rückstauebene mit einer Rückstausicherung zu schützen. Zum Einsatz kommen hierbei vollautomatische Abwasserhebeanlagen oder Rückstauverschlüsse, wobei Toilettenanlagen und häufig benutzte Entwässerungsanlagen mit einer Hebeanlage geschützt werden müssen. Rückstauverschlüsse dürfen nur verwendet werden, wenn die Räume eine untergeordnete Nutzung haben, ein kleiner Benutzerkreis vorhanden ist und sich ein weiteres WC oberhalb der Rückstauebene befindet sowie auf die Benutzung der Ablaufstellen verzichtet werden kann.

5 Dränagewasser
Hierbei handelt es sich um Grundwasser, das durch im Boden verlegte durchlässige Rohre aufgefangen und abgeleitet wird. Eine Dränageleitung, auch Dränleitung genannt, wird gebaut, um Gebäude vor kurzzeitig anstehenden Sickerschichten oder auch Grundwasser zu schützen. Die Einleitung von Dränagewasser in einen öffentlichen Schmutzwasser- oder Mischwasserkanal ist nicht gestattet. Die Kläranlagen erreichen nämlich ihre Reinigungsleistung nur dann, wenn das Abwasser mit nicht reinigungsbedürftigem Wasser verdünnt wird. Die Einleitung von Dränagewasser in einen öffentlichen Regenwasserkanal ist hingegen nach formloser Antragstellung beim ZWA möglich. Will man Grundwasser oder Regenwasser gezielt versickern, muss dies genehmigt werden. Ein Antrag ist bei der Unteren Wasserbehörde zu stellen.

6 Zisterne
Eine Zisterne ist ein Behälter von mindestens 1 Kubikmeter Volumen. Mit ihr kann man über das Dach ablaufendes Niederschlagswasser auffangen, sammeln und speichern. Das gesammelte Niederschlagswasser kann für die Gartenbewässerung genutzt werden. Der Überlauf kann auch an den öffentlichen Kanal angeschlossen werden. Die gesamten angeschlossenen Flächen sind gebührenpflichtig.

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Grundstücksentwässerung
(c) Nadine Ewert
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